Inklusionsklassen

Im Sommer 2010 wurde in Rammersweier erstmals eine Inklusionsklasse für hörgeschädigte Kinder eingerichtet. Für diese Klasse mit ihren 5 hörgeschädigten Kindern ist die Grundschulzeit aber inzwischen schon längst beendet, die Kinder besuchen nun unterschiedliche weiterführende Schulen, da eine Gruppenlösung nicht zustande kam. Nach dem ersten Inklusionsjahrgang kamen etwa im 2-Jahres-Rhythmus immer wieder neue Inklusionsklassen hinzu.

Aktuell sind 4 hörgeschädigte Kinder auf zwei unserer Klassen verteilt. Seitdem auch schon Kinder an der Schule waren, die auf die Gebärdensprache angewiesen waren, haben wir an unserer Schule die "Gebärden der Woche" eingeführt. Jede Woche kommen ein bis zwei neue Gebärden hinzu und sollen möglichst von der gesamten Schulgemeinschaft erlernt werden, um eine weitere Kommunikationsbasis unter den Kindern (und Lehrern) zu ermöglichen.

Für die Klassen wurden mittlerweile drei Klassenzimmer in der Schule umgebaut, damit die Raumakustik optimiert wird. Dazu wurde Teppichboden verlegt und es wurden schalldämmende Elemente an Rückwand und Decke angebracht.

Außerdem kam eine Sonderpädagogin zum Lehrerkollegium hinzu, die die Inklusionsklassen gemeinsam mit einer Grundschullehrerin leitet. Oftmals unterrichten zwei Lehrerinnen gleichzeitig in der Klasse. Zum Sprechen nutzen Lehrer und Schüler ein Mikrofon, welches das Sprechersignal direkt an die Hörgeräte der Kinder sendet.

Für die hörgeschädigten Kinder gibt es ein besonderes Unterrichtsfach: In Hörgeschädigtenkunde lernen die Kinder Genaueres über das Hören und ihre Hörschädigung. Außerdem sprechen wir viel über die eigenen Erfahrungen und über den selbstbewussten Umgang mit der eigenen Hörschädigung. Dies ist wichtig, damit die Identität der Kinder gestärkt wird.

Da nicht nur die Sonderschullehrerin, sondern auch die hörgeschädigten Schüler offiziell dem BBZ für Hörgeschädigte in Stegen angehören, wurde eine Zeit lang für diese Schüler Englisch in der Klasse angeboten werden. Im Sinne der Inklusion wurde dieses Englischangebot auch für die gut hörenden Kinder geöffnet, so dass nun ein großer Teil der Kinder daran teilnimmt. Der Englischunterricht kann aufgrund der personellen Situation aktuell jedoch nicht mehr angeboten werden.

Es ist schön zu beobachten, wie die Kinder gemeinsam aufwachsen und voneinander lernen und wie sie es zum Teil schon verinnerlicht haben, auf die Bedürfnisse des anderen zu achten und aufeinander Rücksicht zu nehmen – nicht nur im Hinblick auf die Hörschädigungen.